Es wird wieder gestrickt, gestickt und gehäkelt. Handarbeit ist in Mode. Sie gilt als Gegengewicht zu industriellen Massenproduktion, als feministische Praxis der Wiederaneignung abgewerteter Praktiken von Frauen hat und eigene Plattformen wie etsy hervorgebracht. Und schließlich ist auch in der postdigitalen Kunst Handarbeit omnipräsent. Alles ganz easy. Denn Handarbeit gilt als leichte, beiläufige Tätigkeit, als etwas, das nebenbei getan wird. Sie ist eine Arbeit, die eigentlich gar keine ist.Stimmt das? Wo kommt das her? Womit hängt das zusammen? Wie verhält sich Handarbeit, als weibliche Tätigkeit, zum Handwerk, das als männlich gilt? Wie verhält sich hier also Arbeit zum Werk? Wer macht was und warum? Und was hat das alles auch mit der Trennung von angewandter und bildender Kunst zu tun?Wir werden in diesem Seminar all diesen Fragen am Beispiel des Strickens nachgehen, einer alten Kulturtechnik, mit der sich die Geschichte der Handarbeit paradigmatisch erzählen lässt.