Während auf der einen Seite die Erforschung bestimmter Aspekte historischer oder aktueller Populärkultur weiterhin um ihren Platz, vor allem in der deutschsprachigen Forschung, kämpfen muss - zu stark wirken zuweilen die Verdikte der Frankfurter Schule über die "Kulturindustrie" nach - so zeichnet sich auf der anderen Seite eine Forschungstendenz heraus, das - meist gegenwärtig - "Populäre" nur noch mit Quantifizierungen zu erschließen und zu definieren - um dann häufig wiederum ein ästhetisch einschränkendes oder sogar abwertendes Urteil zu fällen oder umgekehrt eine analytisch kaum in die Tiefe gehende Affirmation zu betreiben.Demgegenüber steht der Versuch, die spezifische Ästhetik - und, damit eng verbunden, die politischen Potentiale - von je in ihren zeitlichen und räumlichen Kontext eingebetteter doch ebenso an einem transkulturell zirkulierenden Netz konkreter Akteur*innen und symbolischer Praktiken partizipierender Populärkultur zu untersuchen. Diese Untersuchungen können auf einer Skala von historischer und räumlicher Distanz und Nähe zu unserem gegenwärtigen Standpunkt stark variieren und brauchen dementsprechend unterschiedliche theoretische Rahmungen und methodische Instrumente.Wichtige allgemeine Grundlagen liefern aber sowohl die britischen 'Cultural Studies', die macht- und klassenkritischen französischen Untersuchungen zu "kultureller und sozialer Distinktion" und zur sogenannten 'artification', aber auch die mittlerweile weit verzweigten, gerade in Deutschland theoretisch avancierten und historisch innovativen Einzelstudien innerhalb der interdisziplinär verstandenen Medienkulturwissenschaften.