Deutsche Städte zeichnen sich durch eine hohe sozioökonomische Diversität ihrer Bevölkerung aus. Jedoch leben einkommensschwache und wohlhabende Bevölkerungsgruppen zunehmend in unterschiedlichen Teilen der Stadt. Diese räumliche sichtbare und erlebbare Trennung verläuft entlang von Grenzen wie Flüssen, Schienen oder Wohnbaustrukturen. Im deutschen Vergleich stieg die ”Segregation” in den letzten 30 Jahren in den neuen Bundesländern am stärksten. Auch die Hansestadt Rostock gilt als eine der segregiertesten Städte Ostdeutschlands. Dem gegenüber stehen jedoch die neuesten Ergebnisse eines 2023 von der EU veröffentlichten Berichts zur Lebensqualität in europäischen Städten. In diesem wird Rostock in zahlreichen Kategorien zu den ”Top Ten” der lebenswertesten Städte Europas gezählt. Mit dieser (vermeintlichen) Widersprüchlichkeit von einerseits hohem Segregationsindex und andererseits hoher Lebenszufriedenheit setzt sich das selbstbestimmte Planungsprojekt im siebten Fachsemester tiefgehend auseinander.