Die Beschäftigung mit der Stadt und städtebaulichen Kontexten bildet neben der klassischen Baudenkmalpflege einen zentralen Bestandteil der wissenschaftlichen und institutionellen Arbeit der Denkmalpflege. Als Aufgabenfeld der staatlichen Denkmalpflege etablierte sich die Städtebauliche Denkmalpflege in den 1970er Jahren, als großflächige Abrisse ganzer Altbauquartiere sowie ein umfangreiches Baugeschehen zum Verlust geschichtlich überlieferter gestalterischer Zusammenhänge führten. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Gebäude miteinander in Beziehung stehen und daher der jeweilige räumliche Kontext eine wichtige Rolle spielt, sowohl bei der Betrachtung von einzelnen Denkmalen, als auch historisch gewachsenen Umgebungen als solchen. Die städtebauliche Denkmalpflege zeichnet sich nicht nur durch ein spezifisches Instrumentarium aus, das zum Beispiel historische Ortsanalysen und denkmalpflegerische Erhebungspläne umfasst, sondern auch durch einen analytischen Blick, der die Bewertung und Inwertsetzung baulicher Objekte und Anlagen der Vergangenheit auf Fragen städtischer Gegenwart und Zukunft scharfstellt. Hierzu gehören aktuelle Nutzungskonzepte, Aneignungsprozesse und Partizipationsbestrebungen ebenso wie Stadtplanungs- und Entwicklungsprozesse.Im Seminar werden wir uns mit verschiedenen Aspekten und Methoden der städtebaulichen Denkmalpflege beschäftigen und am Beispiel Weimarer Stadträume versuchen, die „Stadt als Denkmal“ zu lesen.