Dinge haben Konjunktur; nicht zuletzt in den Geistes-, Kultur- und Medienwissenschaften. Dabei impliziert diese Hinwendung zum Materiellen in vielen Fällen deren Auszeichnung als ›aktive Kraft‹, die dann als Ermöglichungs- und Erkenntnisbedingung von Welt- und Selbstverhältnissen verstanden wird. Nicht mehr nur Menschen, sondern auch ›nicht-menschliche Wesen‹ sollen diesen Theoriebildungen zufolge mit ›Handlungsmacht‹ ausgestattet sein.Ziel des Seminars ist es, den hier verwendeten Objekt- und Handlungsbegriff kritisch zu diskutieren. Im Mittelpunkt werden zunächst ausgewählte Texte zu Konzepten des ›Material Turn‹, der ›Akteur-Netzwerk-Theorie‹ und des ›Neuen Materialismus‹ stehen, um dann auch zu überlegen, welche Ausklammerungen durch ein solches »Aktivitätsparadigma« vorgenommen werden: u.a. Passivitäten, Müdigkeiten, Entmächtigungen, Widerfahrnisse…Das Seminar ist für alle Studiengänge und Fakultäten geöffnet. Es dient auch dazu, die thematisch verwandte Tagung des Lehrstuhls vom25.+26. Oktoberfür Studierende vorzubereiten.Für die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist der Besuch von Teil 1 aus dem Sommersemester hilfreich, aber keine Vorbedingung.