Wie kann vom "Anthropozän" mitsamt seiner tiefenzeitlichen und globalen Dimension erzählt werden? Inwiefern stellen Filme und literarische Texte ein eigenes, spezifisches ökologisches Wissen her, das naturwissenschaftlich informierte Diskurse erweitert und bereichert, sie aber vielleicht auch unterläuft? Wie verhandeln ästhetische Mittel gesellschaftliche Verhältnisse und bieten Möglichkeiten politischer Kritik? In diesem Plenum geht es darum, anhand konkreter Beispiele aus Literatur und Film eine Bandbreite zeitgenössischer szenischer Ästhetiken des Anthropozäns aufzufächern und diese im Spannungsfeld von Wissen und Wahrnehmung zu diskutieren. Die Methodik ist dabei film- sowie literaturwissenschaftlich ausgerichtet, wobei dichte Szenenbeschreibungen und direkte Seh- bzw. Leseerfahrungen an das erlernte Wissen aus dem Theorieseminar rückgebunden werden können. Auch ein medienkomparatistischer Vergleich zwischen Film und Literatur unter Berücksichtigung ihrer verschiedenen ästhetischen Verfahren ist denkbar. Grundlage ist die gemeinsame Sichtung von ausgewählten Filmbeispielen sowie die (vorzubereitende) Lektüre einiger Romanauszüge und Gedichte.