Stadträume werden maßgeblich von den Routinen ihrer Bewohnerinnen geprägt. Dabei sind es nicht allein die baulichen Strukturen, die den urbanen Raum definieren – vielmehr entsteht Stadt durch Wechselwirkung, durch Handlungen, Gewohnheiten und Interaktionen, die in ihr stattfinden. Diese Routinen des Alltags bilden das Bindeglied zwischen städtebaulichen Typologien und den Menschen, die sie bewohnen und beleben.In diesem Semester beschäftigen wir uns mit dem Areal rund um den Berkaer Bahnhof - ein wichtiger Kontenpunkt für Weimar und die Region. Das Bahnhofsareal und seine Umgebung bilden einen dynamischen Stadtraum, der durch einen heterogenen Kontext aus Wohnen, Gewerbe und Infrastrukturen geprägt ist. Aktuell sind diese Nutzungen städtebaulich sektoral gegliedert, sodass kaum programmatische Überschneidungen oder Überlagerungen zu beobachten sind. Welche Potentiale könnten sich jedoch aus einem Mix von Typologien und Programmen für das Quartier ergeben? Wie können städtebauliche Eingriffe das tägliche Leben der Bewohnerinnen positiv beeinflussen? Welche Routinen und Abläufe prägen das Gebiet, und wie können neue Strukturen das Vorhandene sinnvoll ergänzen und transformieren? Im Rahmen der Entwurfsaufgabe soll zum einen untersucht werden, welche neuen Wohnformen sich in das bestehende städtebauliche Gefüge integrieren lassen und wie dadurch auch alternative Formen des Zusammenlebens gestärkt werden können. Wie können veränderte Wohnbedürfnisse aufgegriffen und Möglichkeiten für innovative Wohnkonzepte entwickelt werden?