Ende vergangenen Jahres wurde das jüdisch-mittelalterliche Erbe Erfurts zum UNESCO-Welterbe erklärt. Eine Anerkennung, die üblicherweise eine mit neuem Aufwand betriebene, musealisierende Inszenierung der historischen Zeugnisse nach sich zieht. Für uns hingegen ist diese Anerkennung Anlass, mitten in der Stadt, im Kontext des jüdisch-mittelalterlichen Erbes einen lebendigen Ort des Austauschs, der forschenden Suche, der Vermittlung und des Diskurses vorzuschlagen. Diese neu zu schaffende Institution -das Kalman-von-Wiehe-Haus- soll nicht zuletzt durchaus zeichenhaft für das Selbstverständnis unseres demokratisch verfaßten Gemeinwesens stehen. Das ist dann, vielleicht im Sinne einer ‚demokratischen Erhabenheit‘, auch ein architektonisches Thema, eine Frage des architektonischen Ausdrucks.