Die soziale Herkunft hat weiterhin einen großen Einfluss auf Bildungschancen und -wege. In dem Modul soll Klassismus – die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft – beleuchtet werden, insbesondere im hochschulischen Kontext. Dies geschieht aus unterschiedlichen Perspektiven und mit einem intersektionalen Blick. Neben theoretischen und biographischen Inputs verschiedener Akteurinnen sollen die Studierenden in eigenen Projekten der Frage nachgehen, wie sich Benachteiligung aufgrund von sozialer Herkunft an der BUW zeigt, wo Hindernisse vor und im Studium bestehen und wie klassistische Vorstellungen die institutionellen Strukturen prägen, aber auch, wie sie sichtbar gemacht und verändert werden können.Interdisziplinarität| Das Modul ist offen für alle Fachrichtungen und betrachtet Klassismus nicht aus einer bestimmten fachlichen Perspektive oder mit einem bestimmten fachlichen Fokus. Vielmehr wird Klassismus aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven heraus und in unterschiedlichen Kontexten (Bildung, Armutsforschung, Stadtforschung etc.) untersucht. Die unterschiedlichen (fachlichen und persönlichen) Perspektiven und Erfahrungen der Studierenden finden besondere Berücksichtigung. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, aus ihren spezifischen fachlichen Hintergründen heraus Wissen einzubringen und fächerübergreifend miteinander in Beziehung zu setzen. Dies wird insbesondere auch in der Projektarbeit in einer Gruppe passieren. Neben dem interdisziplinären Ansatz ist eine intersektionale Perspektive, die die Verschränktheit verschiedener Diskriminierungsformen in den Blick nimmt, zentral.Lernziele| Die Studierenden werden für Klassismus als Diversitätskategorie und Diskriminierungsmerkmal sowie für Diversität, Ungleichheitsdimensionen und Machtstrukturen sensibilisiert, zur Selbstreflektion über eigene Privilegien angeregt und befähigt, selbstverantwortlich Position zu beziehen. Das Modul dient damit dem Ausbau von Diversitätskompetenz und multiperspektivischer Betrachtung. Die Studierenden werden sensibilisiert für aktuelle gesellschafts- und bildungspolitische Fragestellungen und haben die Möglichkeit, eigene Positionen zu entwickeln und in Ansätzen umzusetzen. Dies geschieht insbesondere in der praktischen Arbeit an einem Projekt, welches einen direkten Bezug und idealerweise eine direkte Wirkung und Sichtbarkeit im Kontext der Universität hat. Neben der inhaltlichen Beschäftigung mit Fragestellungen von sozialem Status und Klassismus ist ein Input zu methodischen Kenntnissen insbesondere im Bereich Interviewtechniken geplant.Didaktisches Konzept| Es sind externe Expertinnen sowie Lehrende der Bauhaus-Universität Weimar (u.a. Prof. Dr. Frank Eckardt, Malena Rottwinkler, Theo Sauerborn) eingeladen, zu bestimmten Aspekten von Klassismus Inputs und Impulse zu geben und mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen. Dieser theoretisch geprägte Ansatz soll ergänzt werden durch praktisch orientierte Formate (u.a. einem Workshop mit ArbeiterKind.de) sowie der Gruppenarbeit an Projekten, die durch Konsultationen unterstützt werden. Es kommen dabei vielfältige methodische Ansätze zur Anwendung, die einen interaktiven Lehr-Lern-Prozess ermöglichen und unterstützen, wie beispielsweise unterschiedliche Methoden für einen guten Einstieg, zum Erwartungsmanagement und für Feedback, wobei darauf Wert gelegt wird, dass unterschiedliche Sozialformen zum Tragen kommen.